Der Podcast-Markt im Fokus

30. Juni 2020 |

3 Fragen an Lisa Krammer von „mundART“

Bei Lisa Krammers „mundART. Die Stimme[n] der Sprache“ handelt es sich um einen Wissenschafts-Podcast, den die Linguistin im Sommer 2018 an den Start gebracht hat.

Das Konzept von „mundART“ umfasst die Verflechtung sprachwissenschaftlicher Themen mit persönlichen Lebenswelten. So war etwa ein Kardiologe Gast zum „Sprachenbiotop“ Krankenhaus, wobei die Kommunikation mit Kolleg*innen, Patient*innen und Angehörigen Thema war, und wie die richtige Balance zwischen Fachjargon und Alltagssprache – in Hochdeutsch und Mundart – gefunden werden kann.

„Mich interessieren die gesamte Bandbreite vom Dialektalen bis hin zum Hochsprachlichen und die jeweils individuellen Stile und Repertoires meiner Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner.“ Ständiges Ziel des Podcasts sei, dass Krammer „individuelle Sprachrealitäten vorstellen“ wolle.

Podcast als Wissenschafts-Tool

Als Sprachwissenschaftlerin forscht und lehrt sie an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften sowie an der Universität Wien. „In meinem Dissertationsprojekt beschäftige ich mich damit, wie Studierende und Lehrende die mündliche Kommunikation an Wiener Universitäten wahrnehmen. Wissenschaft und Wissenschaftskommunikation sind für mich untrennbar miteinander verbunden. ‚mundART‘ ist für mich auch ein Wissenschaftskommunikationstool“, erklärt Krammer

Vom Podcasten leben zu können ist demnach nicht ihr Ziel. Im Fall des Falles wäre aber jedenfalls Voraussetzung, dass dies „keinerlei Einschränkungen hinsichtlich der redaktionellen Freiheit“ mit sich bringt.

In den monatlich erscheinenden Episoden von „mundART“ lässt Krammer neben anderen Wissenschaftler*innen auch Personen aus Kunst, Kultur, Medien und Sport zu Wort kommen. Sie alle geben Einblick in ihre Sprach- und Lebenswelten, und wie diese über ihre jeweiligen Grenzen hinaus rezipiert und verstanden werden. In Spezialfolgen geht es zudem um Themen wie Klimawandel, Geschlecht, Hochzeit, Poetry Slam oder Klang.

Der „mundART“-Podcast setzt ein spannendes Konzept um, dem man intensiv Gehör schenken sollte, anstatt es nur nebenbei, auf dem Weg ins Büro oder bei der Hausarbeit, zu konsumieren.

Wann und wie ist die Idee zum Podcast entstanden, und wie wurde über den Titel entschieden?

Ich habe während meines Studiums (Deutsch, PsychologiePhilosophie und Ethik auf Lehramt) journalistisch gearbeitet und z.B. das Assessment-Center und Praktika beim ORF absolviert. Aktuell schreibe ich für das Wissenschaftsmagazin Heureka, das im Falter-Verlag erscheint. Und dann habe ich mich genau zur richtigen Zeit für den Kommunikations-Hub („Wissenschaft für die Ohren) beworben: einen Workshop, den Daniel Meßner vom „Zeitsprung“-Podcast geleitet hat.

Was ist die größte Überraschung (positiv oder negativ) bzw. die interessanteste Begebenheit, die es in Zusammenhang mit dem Podcast in den letzten Monaten gab?

Im Juni 2020 konnte ich das zweite mundART-Jubiläum begehen: eine ganz besondere Geburtstagsfeier, zu der gerade eine eigene Episode entsteht.

Wird mit dem Podcast auch (schon) Geld verdient bzw. ist das geplant?

Nein.

Bernhard Madlener