Der Podcast-Markt im Fokus

4. Februar 2021 |

DPA produziert White-Label-Podcasts für Regionalmedien

Die Deutsche Presseagentur kooperiert mit dem Digitalvermarkter OMS, Audio-Plattform „Sonarbird“ Grundlage für die lokalen Individualisierungen.

Drei Podcasts nach dem White-Label-Modell haben bereits das Licht der Welt erblickt.

OMS, Vermarkter von Digitalangeboten lokaler und regionaler Verlage, setzt bei seiner Audio-Strategie auf die Podcast-Expertise der dpa. Drei Zeitungsverlage sind inzwischen mit Daily-News-Podcasts erfolgreich gestartet. Basis hierfür ist ein White-Label-Podcast, der von der dpa im Auftrag der OMS produziert wird. Die Audio-Plattform „Sonarbird“ ermöglicht es, das überregionale dpa-Angebot – bestehend aus Nachrichten und Korrespondentenberichten – durch lokale Inhalte der Verlage automatisiert zu erweitern. Dadurch entstehen neue und innovative Audio-Produkte. 

„Audio ist für uns ein strategisches Wachstumsfeld“, sagt dpa-CEO Peter Kropsch. „Wir haben im vergangenen Jahr mehrere erfolgversprechende Podcast-Projekte gestartet und arbeiten intensiv daran, diesen Bereich weiter auszubauen. Dabei ist die OMS mit ihren vielen Möglichkeiten ein idealer Partner für die dpa“, so Peter Kropsch weiter. 

Lokale Nachrichtenpodcasts

Der Podcast des Medienhauses Aachen heißt „Frühnachrichten“ und nutzt aktuell ausschließlich nationale Inhalte, erweitert um das Soundbranding des Verlags. Beim Darmstädter Echo, das zum Medienhaus VRM gehört, erscheint er unter dem Namen „Gude, Südhessen“, wobei ‚Gude‘ in der Region die gebräuchliche Kurzform für „Guten Morgen“ ist. Die Besonderheit dabei ist, dass der Podcast durch lokale Meldungen angereichert wird. Die Nordwest-Zeitung in Oldenburg wiederum setzt auf lokale Meldungen, die von Redakteuren gesprochen werden, und kombiniert diese mit überregionalem Content der dpa. Dieser Podcast ist als „NWZ Nachrichten Podcast“ am Start. 

National vermarktbare Reichweite

„Wir wollen den Verlagen ermöglichen, mit geringstem Aufwand und möglichst niedrigem Personaleinsatz ein konkurrenzfähiges Produkt anzubieten“, sagt OMS-Geschäftsführer Wolfgang Schmitz-Vianden. Insbesondere kleinere Häuser hätten Audio zwar längst als Zukunftsfeld erkannt, scheuten aber noch den damit verbundenen Produktionsaufwand. Das nächste Ziel sei es, weitere Verlage – nicht nur aus dem unmittelbaren OMS-Umfeld – für diesen Weg zu gewinnen. „Wir möchten hier so schnell wie möglich eine national vermarktbare Reichweite anbieten, denn die Nachfrage aus dem Werbemarkt ist bereits da“, so Schmitz-Vianden weiter. 

Audio-Plattform „Sonarbird“

Um diese Nachfrage auch technisch bedienen zu können, setzt die OMS auf die Anwendung „Sonarbird“: Diese Plattform ist in der Lage, native Werbeformen – vom Host gesprochen oder als Spot vorproduziert – fest in Podcasts zu integrieren. Das Besondere ist, dass auch ältere Episoden auf Knopfdruck mit aktuellen Werbemitteln versehen werden können, ohne jede Episode einzeln bearbeiten zu müssen. Schmitz-Vianden nennt zwei wesentliche Vorteile: „Damit wird zum einen Long-Tail-Content auch langfristig nutzbar und zum anderen sind wir mit dieser Technik auf allen Podcast-Plattformen kampagnenfähig.“ Darüber hinaus ist auch adserverbasierte Dynamic-AdInsertion möglich, um für jegliche Marktanforderung gerüstet zu sein. Eine Schnittstelle zum Marktführer Adswizz schafft dazu die notwendige Anbindung. 

White-Label-Podcast-App

Der nächste Schritt der OMS-Audio-Strategie soll im Februar gegangen werden: Dann steht eine White-Label-Podcast-App zur Verfügung, die optisch individuell auf jedes Medienhaus – Zeitung, Zeitschrift, Radio – angepasst werden kann. „Wir sind überzeugt davon, dass es in Deutschland neben den großen Playern einen Platz für eine Podcast-App mit konsequent regionalem Fokus gibt“, sagt Schmitz-Vianden. Neben den eigenen Audio-Produkten können in der App redaktionell kuratierte Podcasts präsentiert werden, beispielsweise aus der jeweiligen Region. Und zur Vollständigkeit des Angebots werden auch sämtliche Podcasts aus dem Apple-Katalog in der App abrufbar sein. Neben der Werbevermarktung bietet die App auch die Möglichkeit, Podcasts in die Paid-Content-Strategie eines Verlages zu integrieren. 

Tatjana Lukas
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