Der Podcast-Markt im Fokus

10. März 2021 |

„Erlesene Dummheiten“: Verschwörungen im Vernunfts-Check

Was Jonathan Sitz und Lorenz Wildner machen, hört sich zuerst einmal nach einem reinen Satire-Projekt an: Bei „Erlesene Dummheiten“, dem Podcast „für Akademiker und Prokrastinierer ohne Niveau“, sitzen zwei Kasperl vor den Mikros – und klären auf.

Tatsächlich beschäftigen sich die beiden – zugegeben, auf unterhaltsame Art – mit Verschwörungstheorien. Etwa mit der Überzeugung mancher Mitbürger*innen, dass Adolf Hitler sich nach seinem (angeblichen) Tod 1945 tatsächlich nach Südamerika abgesetzt habe. Oder mit der – Corona-bedingt sinkenden – „Gefahr“ von Kondensstreifen, pardon: „Chemtrails“, die uns alle vergiften und/oder zu willenlosen Kreaturen machen sollen.

Gegenseitige Überzeugungsarbeit

Sitz und Wildner sind Studienkollegen im Bereich Journalismus, der Podcast ging im November 2020 an den Start: „Wir wollten einfach mal selbst was machen“, sagt Sitz, „und in der Medienwelt aktiv werden.“ Ein langer Prozess sei die Titelfindung gewesen: „‚Erlesen‘ ist doppeldeutig: Es geht einerseits darum, dass wir uns Dummheiten ‚erlesen‘. Andererseits sind diese Dummheiten aber auch ‚erlesen‘ im Sinne von außergewöhnlich oder famos.“ Und die Dummheiten spielen natürlich genau auf die behandelten Verschwörungstheorien an, „von denen wir versuchen, uns gegenseitig satirisch zu überzeugen“.

Das Podcasten, wurde Wildner und Sitz rasch klar, ist wesentlich mehr Arbeit, als es vorab den Anschein hatte: „So viele ‚Quellen‘ die man im Internet findet – man wird eigentlich nie fertig.“ Das sehr positive Feedback der Hörer*innenschaft war natürlich ein Ansporn, weiterzumachen: „Es ist wirklich sehr erfüllend, wenn man etwas eigenes vorweisen kann, auf das man stolz ist.“

Wer den beiden Jungjournalisten bei ihrer Aufklärungsarbeit zuhören will, findet „Erlesene Dummheiten“ auf allen Podcast-Plattformen. Begleitend dazu gibt es einen Instagram-Kanal und eine Facebook-Seite. Noch in Arbeit ist der YouTube-Auftritt von Wildner und Sitz.

Bernhard Madlener