Der Podcast-Markt im Fokus

23. Juni 2020 |

How to Podcast, Pt. 1: Das Medium

Wenn wir von Podcasts reden, dann denken wir gemeinhin an Nachrichten, Interviews, Reportagen, spannende Storys aus allen möglichen Lebensbereichen. Oder auch mal nur an das unterhaltsame Gelaber zwischen zwei oder mehreren Podcaster*innen. Kein Wunder, dass Podcasts mitunter einfach als „Internet-Radio“ abgetan werden. Dabei hat das Format Podcast mit Rundfunk wenig zu tun. Alleinfalls setzen Radio-Macher*innen einfach immer mehr zusätzlich auch auf Podcast-Kanäle.

Rein technisch waren Podcasts stets Audiodateien, die auf einem Webserver bereitgestellt und für interessierte Hörer*innen zugänglich gemacht wurden. Dies jedoch nicht (nur) zum einfachen Download. Vielmehr einigte man sich auf den Einsatz des seit Ende der 90er-Jahre entwickelten RSS-Standards: Damit ist es Usern möglich, Online-Feeds zu abonnieren – egal ob Text, Bild, Video oder Audio – und regelmäßige Updates zu erhalten. Und so eben auch Zugriff auf die jeweils aktuellsten Folgen interessanter Podcasts zu bekommen und stets umgehend über neue Inhalte informiert zu werden.

Die Bezeichnung „Podcast“ wurde aus „iPod“, dem in den frühen 2000er-Jahren beliebten mp3-Player von Apple, und dem englischen Wort „Broadcast“ – also „senden“ bzw. Rundfunk – zusammengesetzt. Angeblich waren es der Publizist Tristan Louis, der bereits im Jahr 2000 den Begriff vorschlug, und der Software-Entwickler Dave Winer, der die technische Basis für die ersten Podcasts legte, wie wir sie heute kennen.        

Kulturgut Podcast

Tatsache ist jedenfalls, dass die Pioniere für das, was etwa Andreas Sator mit „Erklär mir die Welt“, Jan Böhmermann mit „Fest & Flauschig“ oder Joe Rogan (künftig exklusiv für Spotify) mit seinem „Experience“ überaus erfolgreich machen, aus Sicht des Jahres 2020 bereits vor über zwei Jahrzehnten aktiv waren.

Darum ist festzustellen: Podcasts mögen vielleicht gerade „hip“ sein und viele Medienmacher*innen, Politiker*innen oder Unternehmer*innen mögen der Meinung sein, mit einem eigenen Format mitmischen zu müssen. Podcasts sind aber eben nichts Neues: Sie sind längst ein klassisches Kulturgut, das es zu pflegen und sinnvoll zu fördern gilt. Die technischen und finanziellen Hürden, um selbst einen Podcast zu betreiben, sind allerdings extrem niedrig geworden – damit lässt sich der Boom zum Teil erklären.

Wie man selbst einen Podcast starten und das Format zielführend einsetzen kann, werden wir künftig regelmäßig an dieser Stelle thematisieren. Und euch gemäß dem Serientitel eben vermitteln: „How to Podcast.“

Zum Thema

Bernhard Madlener