Der Podcast-Markt im Fokus

8. Juli 2020 |

How to Podcast, Pt. 4: Die technischen Hürden

Wer mit dem Podcasten beginnt, kann schon mit kleinem Budget ganz Großes hervorbringen. Egal ob ihr über Smartphone, Laptop oder High-End-Gerät aufnehmen wollt, wir sagen euch was ihr für eine qualitativ hochwertige Aufnahme braucht.

In den ersten drei Teilen unserer Serie ging es um Podcasts als ein klassisches Kulturgut und die Herkunft des Podcast-Begriffs. Wir haben bereits davon gehört, dass nicht jede/r Podcaster*in zwingend bei Spotify und anderen großen Plattformen vertreten sein will: Reichweite ist eben nicht alles. Und zuletzt ging es darum, ob die Welt auch noch DEIN Podcast-Projekt verträgt – oder ob der Markt nicht vielleicht schon völlig übersättigt ist?

Wer sich v.a. durch den jüngsten Text bestärkt fühlt, ist bereit für den nächsten Schritt: Wie geht man’s an? Natürlich sollte vor dem Launch des Podcasts ein passendes Konzept vorliegen (dazu mehr zu einem späteren Zeitpunkt auch an dieser Stelle). Gleichzeitig darf man sich jedoch schon Gedanken über die benötigte Gerätschaft und die technischen Hürden machen. Die sind nämlich im Jahr 2020 relativ niedrig, und der Start in die Podcastwelt muss nicht zwingend teuer sein.

Technischer Rüstungsstreit: Was man wirklich benötigt.

Apropos teuer: Zwar ist z.B. ein Mini-Mischpult wie das RODEcaster Pro sicherlich eine tolle Sache und es wird durchaus gerne empfohlen. Aber braucht es für dein Vorhaben wirklich mehr als ein oder zwei Aufnahmekanäle, die außerdem auch mit einem durchschnittlichen Notebook und einer günstigen (oder sogar kostenlosen) Software abzudecken wären? Und sprengt das Mischpult zusammen mit den benötigten Mikros nicht rasch jedes Budget? Zumal oft noch völlig unklar ist, ob einem das Podcasten nach der ersten Testphase tatsächlich liegt?

Als Einstieg für die meist schmale Geldbörse eignen sich daher viel mehr z.B. die USB-Mikrofone von Fifine. Sie ergeben am MacBook mit der vorinstallierten Software Garageband oder am Windows-Rechner mit dem Gratis-Programm Audacity einen mehr als brauchbaren Ton. Somit lassen sich die Grundlagen des Podcastens mit einer sehr ansprechenden Qualität erlernen. Und ein Upgrade auf z.B. das Blue Yeti Nano von Logitech, das RODE NT-USB Mini oder dessen großen Bruder, das RODE NT-USB, ist für bis zu drei Podcaster*innen mit entsprechender Software-Ausstattung dann immer noch günstiger (und ähnlich mobil) wie die Ausstattung mit dem RODEcaster Pro.

Wer auf eine mobilere Variante setzt, kann sein(e) USB-Mikro(s) auch an ein iPad oder ein günstiges Android-Smartphone anschließen und mit den passenden Apps überall aufnehmen und abmischen. Auch gut für unterwegs eignet sich ein Mehrspur-Recorder wie etwa der H4N Pro von ZOOM. Er produziert mit dem eingebauten Mikrofon exzellente Audiofiles, bietet allerdings auch Anschlüsse für den Einsatz externer Mikros. Preislich liegt diese Lösung irgendwo zwischen den erwähnten Billig-Mikros von Fifine und dem RODEcaster Pro-Mischpult. Den idealerweise schon ordentlich gepegelten Tonspuren kann wiederum via Audacity oder Garageband der Feinschliff verpasst werden.

Minimalbetrieb: Podcasten via Smartphone

Die abgespeckteste und wohl wirklich billigste Möglichkeit, um einen Podcast aufzunehmen, mit Soundeffekten zu versehen und rasch auf die relevanten Plattformen zu bringen, bietet schließlich wohl Anchor.FM. Der Hosting-Anbieter wurde Anfang 2019 von Spotify gekauft und ermöglicht es über seine App, direkt am Smartphone einen Podcast einzusprechen und zu veröffentlichen. Das funktioniert überraschend gut, und die Qualität der Produktion hängt v.a. vom verwendeten Smartphone und von den Hintergrundgeräuschen in der jeweiligen Aufnahmesituation ab.

Ganz unabhängig davon, welches Equipment du wählst: Wie Aufnahme und Mix am besten anzugehen sind, erklären zahlreiche YouTube-Tutorials, mit denen über ein Wochenende wirklich jede/r zumindest zum/r Junior-Soundtechniker*in werden kann.

Anmerkung: In diesem Artikel verwenden wir einige Affiliate-Links, die zu den angeführten Mikrofonen etc. im Sortiment des Online-Händlers Amazon.de führen. Wenn Leser*innen über diese Links Artikel bei Amazon einkaufen, erhält die Redaktion eine Provision. Das ist ein kleiner Beitrag der uns hilft, den Redaktionsbetrieb langfristig zu finanzieren. Uns ist bewusst, dass es Gründe dafür gibt, Amazon als Unternehmen kritisch zu betrachten. Diesem Thema werden wir uns zu einem späteren Zeitpunkt auch in einem eigenen Artikel widmen.

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Zum Thema

Bernhard Madlener