Der Podcast-Markt im Fokus

14. Juli 2020 |

How to Podcast, Pt. 5: Wie kann man meinen Podcast hören?

Wie du dein neues Herzensprojekt am besten in die weite Welt hinaus schickst

Du hast ein tolles Podcast-Konzept. Du hast dich kostengünstig mit der notwendigen Technik für den Start eingedeckt. Du hast deinen Freund*innen und Verwandten aufgeregt vom neuen Projekt erzählt. Aber wie können die alle jetzt eigentlich darauf zugreifen?

Um interessierten Hörer*innen unmittelbaren Zugang zu deinem Podcast zu geben, musst du ihn erst einmal im Internet verfügbar machen. Natürlich kannst du die Audiodateien einfach bei Soundcloud hochladen. Das kostet zumindest für die ersten drei Stunden Audiomaterial nichts, funktioniert rasch und einwandfrei bei zugleich großartiger Klangqualität. Allerdings wird deine Reichweite damit nur schwer wachsen. Denn wer diese Plattform nicht nutzt, wird dort auch nicht nach neuen Podcasts suchen oder diese vorgeschlagen bekommen.

Hosting-Plattform: Qual der Wahl

Wenn du also viele Hörer*innen erreichen willst, musst du auf möglichst vielen Plattformen vertreten sein. Grundlage dafür ist ein RSS-Feed, über den deine Audiodateien ganz einfach bezogen werden können. Du kannst so einen Feed natürlich über deinen eigenen Blog einrichten: Für WordPress gibt es Plugins, die einen RSS-Link auf Basis deiner selbst gehosteten Podcast-Episoden bereitstellen. Abgesehen davon, dass du dich dann wirklich sehr mit dem Thema Datensicherung und Backups beschäftigen solltest, muss auch der für den Blog verwendete Webhosting-Dienst bestimmte Kriterien erfüllen. Sollte dein Podcast zum Erfolg werden und die Zugriffszahlen sehr rasch stark in die Höhe gehen, besteht ansonsten die Gefahr, dass gleichzeitig die Server „in die Knie“ gehen. Dein Podcast wäre damit (zeitweise) nicht mehr erreichbar: ein Super-GAU für jede Podcaster*in.

Auf der sicheren Seite ist diesbezüglich, wer sich für einen dezidierten Podcast-Hoster entscheidet. Wir haben in Folge 4 dieser Serie bereits Anchor.FM erwähnt: Das 2019 von Spotify übernommene Unternehmen bietet ein kostenloses Service, das deinen Podcast verlässlich auf die großen Plattformen bringt – neben Spotify sind das etwa Apple Podcasts und Google Podcasts, aber auch z.B. Stitcher, ein v.a. im US-amerikanischen Raum erfolgreicher Service. Zudem stellt Anchor.FM den bereits erwähnten RSS-Feed bereit: Und das ist der Weg, über den wirklich alle Interessierten in den Genuss deines Podcasts kommen können.

Es muss nicht alles gratis sein

Via RSS-Feed ist dein Werk über jede beliebige Podcast-App (also einen so genannten „Podcatcher“) zugänglich. Manche dieser Apps greifen auf Datenbanken zu, womit dein Podcast auch gefunden wird, wenn jemand nur deinen Titel (oder Teile davon) in der App-Suche eingibt. Ansonsten wird die App am Smartphone nach dem Klick auf deinen RSS-Link geöffnet bzw. kann der Feed via Copy & Paste in der App eingefügt werden, wonach der Podcast gesucht wird. Verläuft die Suche erfolgreich, kann er schließlich abonniert und abgespielt werden.

Neben Anchor.FM gibt es zahlreiche andere Hosting-Services, die genauso zuverlässig funktionieren, etwa Podigee, Stationista, Simplecast, Letscast.fm oder Acast. Für das Hosting wird dort ein – zumeist moderater – monatlicher Beitrag fällig, wobei in der Regel auch zusätzliche Leistungen inkludiert sind. Etwa die Optimierung deiner Audiodateien nach dem internationalen Standard EBU R128: Damit soll gewährleistet werden, dass nicht nur alle deine Episoden, sondern auch alle anderen Podcasts dieser Welt, die den Standard verwenden, als gleich laut empfunden werden. Natürlich hängt es vom Ausgangsmaterial ab, wie gut das Ganze funktioniert. Und natürlich kannst du diese Optimierung auch separat, etwa via Auphonic, bekommen. Fakt ist jedenfalls, dass die Soundoptimierungs-Algorithmen heutzutage zu wirklich erstaunlichen Ergebnissen führen: zur Freude sowohl der Podcaster*innen wie auch deren Hörer*innen.

Hast du vor, einen Podcast zu starten und möchtest der Podcastwelt eine Frage dazu stellen? Dann schreib uns doch ein paar Zeilen! Hinweise, Wünsche, Anregungen und Kritik zur Kolumne „How to Podcast“ sind ebenfalls jederzeit willkommen. Die Redaktion freut sich über jede Nachricht.

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Bernhard Madlener